Fünf Dinge, die Du beim Recruiting von Entwicklern nicht sagen solltest

Manchmal ist Recruiting ein Spießrutenlauf. Du musst zwischen verschiedenen Interessen abwägen, verschiedene Menschen zufriedenstellen und dabei darauf achten, dass Du Deinen Job bestmöglich erledigst. Entwickler sind außerdem eine besonders sensible Gruppe. Hier sind deshalb fünf Dinge, die Du beim Recruiting von Entwicklern nicht sagen solltest.

Fettnäpfchen so weit das Auge blicken kann. Wenn Du auf der Suche nach leistungsfähigen Entwicklern bist, die wirklich zu Deinem Unternehmen passen, ist es schwer, alles richtig zu machen. Du musst bei jeder Stufe des Recruiting Prozesses auf der Hut sein. Du musst eine Balance herstellen zwischen den Versprechen, die Du einem Entwickler machst, dem Honig, den Du ihm um den Mund schmierst und den harten, ernsten Fragen, die Du ihm stellen musst, um herauszufinden, ob seine Qualifikationen ausreichen, ob er ins Team passt und so weiter.

Du darfst also weder zu sanft, noch zu hart auftreten. Allerdings gibt es einige Formulierungen, die ein jedes Bewerbungsgespräch an sein Ende bringen – von Seiten des Entwicklers, der sich beworben hat. Hier sind die fünf Dinge, die Du beim Recruiting von Entwicklern nicht sagen solltest.

  1. Beim ersten E-Mail Kontakt: „Entschuldigen Sie die Störung.“

Natürlich, Entwickler haben viel um die Ohren. Sie sind meistens beschäftigt und überhaupt sehr gefragt. Da klingt es erst einmal logisch, dass Du Dich direkt am Anfang Deiner ersten E-Mail erklärst. Schließlich werden die Empfänger Deiner Mail ja wirklich ein paar Minuten brauchen, um diese zu lesen. Da ist das ist einfach höflich, nicht wahr?

Leider ist es nicht so einfach. Denn wenn Du Deine E-Mail mit einer Entschuldigung beginnst, wirkt es so, als seist Du Dir Deiner Sache nicht sicher. Der Empfänger könnte meinen, Dein Interesse sei oberflächlich.

Deshalb: Wenn Du vorher recherchiert hast und weißt, wieso Du diese E-Mail gerade an diesen Entwickler schickst, dann beweise Selbstvertrauen. Denn mit selbstbewussten Menschen kann man besser zusammenarbeiten, als mit denjenigen, die nicht wissen, was sie wollen und deswegen nicht auf den Punkt kommen.

  1. Bei der Absage-E-Mail: „Wir werden gegebenenfalls bei zukünftigen Projekten auf Sie zurückkommen.“

So nett es erst einmal klingt, eine solche Hoffnung spendende Floskel in Deiner Absage zu formulieren, so falsch kann sie ankommen. Denn klar, wenn es ernst gemeint ist, ist es nett, wenn nicht, hat die hier bewiesene Empathie aber möglichweise den gegenteiligen Effekt von dem, den Du Dir erhoffst.

Denn Entwickler sind nicht dumm. Sie wissen, dass selbst sie, die so gefragt sind, nicht in jede Position passen, nicht in jedem Unternehmen glücklich werden oder alle Anforderungen jeden Jobs erfüllen. Deswegen werden sie es Dir auch nicht übelnehmen, wenn Du eine ehrliche, klare Absage schickst.

Formuliere diese Absagen also lieber kurz und knackig. Ohne Versprechen, die Du weder halten kannst, noch willst.

  1. Beim Bewerbungsgespräch: „Wir trinken hier gerne mal ein Bier zusammen.“

Natürlich soll Dein Unternehmen sympathisch wirken. Dein Teamspirit, Deine Unternehmenskultur und die Arbeitsatmosphäre musst Du schauen, dass Dein Bewerber auch wirklich bei Dir arbeiten will. Aber wenn Du den Fokus zu stark auf Aspekte legst, die nicht unmittelbar mit der Arbeit selbst zu tun haben, kann es passieren, dass Entwickler abgestoßen werden.

Das muss gar nicht heißen, dass sie keine Lust haben, sich an Gruppenaktivitäten zu beteiligen. Es heißt einfach nur, dass es ihnen wichtiger ist, was sie machen, als wie sie das machen. Deswegen stelle die Arbeit in den Mittelpunkt, erkläre was Du machst, warum Du das machst und wie Du das machst. Eine simple Formel hilft Dir dabei, das zu formulieren: „Wir sind das Unternehmen A. Wir haben und B vorgenommen, das ist unsere Mission. Um diese Mission zu erfüllen, brauchen wir C – und hier kommen Sie ins Spiel!“

  1. Beim Bewerbungsgespräch: „Erzählen Sie mir etwas über sich.“

Wie oben bereits erwähnt, sind die allermeisten Entwickler bereits irgendwo angestellt. Das heißt, sie suchen selten aktiv nach neuen Jobs. Du musst Deine Bewerber also eher aktiv ansprechen und einladen, um sie zu überzeugen. Und das wissen Entwickler.

Deswegen erwarten sie von Dir, dass Du vorher recherchierst. Eine allgemeine Frage wie „Erzählen Sie mir etwas über sich“, ist so allgemein, dass sie fast als Affront aufgefasst werden kann. Denn sie zeigt, dass Du Dir vorher nicht die Mühe gemacht hast, Dich mit dem auseinanderzusetzen, was Dein Bewerber kann und will – was ihn ausmacht.

Deswegen mach Deine Hausaufgaben. Schau Dir an, was Dein Bewerber so alles macht, seine Projekte jenseits des Hauptjobs, sein Stack Overflow-, Github und LinkedIn-Profil. Dann wirst Du bereits genug Themen haben, über die Du mit ihm sprechen kannst.

  1. Am Ende des Bewerbungsgesprächs: „Ich sollte Ihnen bald eine Rückmeldung geben können.“

Wie alle Menschen sind auch Entwickler verständnisvoll, wenn Du ehrlich mit ihnen umgehst. Wenn Du ihnen versprichst, dass Du Dich ganz bald meldest, erwarten sie das. Und wenn Du es nicht tust, nehmen sie es Dir übel – zu Recht, oder?

Deswegen sei ehrlich, überstürze nichts, sei fair und offen. Wenn mehrere Menschen an einer Entscheidungsfindung mitwirken, dann erkläre das Deinem Bewerber. Warum sollte er nicht verstehen, dass es länger dauert, wenn noch zwei Abteilungsleiter und ein Geschäftsführer beteiligt sind?

Und wenn plötzlich einer davon krank wird, dann sei so fair und melde Dich bei Deinen Kandidaten. Teile ihnen mit, dass es doch noch etwas länger dauert und erkläre auch, wieso das so ist. Offenheit ist sympathisch.

 

Natürlich ist das keine abschließende Liste mit No-Gos beim Recruiting von Entwicklern. Aber es sind alles Dinge, die Du beachten solltest.

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